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Gioacchino
Rossini
Musik und Libretto wurden von Gioacchino Antonio Rossini mit besonderer Sorgfalt gepflegt, es war ja bewusst seine letzte, aber zugleich auch seine erste grosse, französisch geprägte Oper. Rossini wollte damit alle, das normale Publikum, die Presse, ja die gesamte musikalische Welt begeistern. Die Uraufführung fand am 3. August 1829 in Paris statt und die Rezensionen fielen unterschiedlich aus. Der damals 36-jährige fühlte sich ausgebrannt, war gesundheitlich wohl etwas angeschlagen, doch bereits finanziell unabhängig. In Italien wurde die Oper als «Guglielmo Tell»
am 17. September 1831 in Lucca erstmals aufgeführt, und das mit grossem
Erfolg. Dank der liberalen Herrschaft des Grossherzogs Leopold II von der
Toscana wurde Calisto Bassis Übersetzung des Librettos ohne jede Änderung
zugelassen, und das war damals keine Selbstverständlichkeit. In Mailand
verlangte die habsburgische Zensur, dass der Ort des Geschehens nach
Schottland verlegt und der Titel in «Gugliemo Vallace» geändert werde.
Auch in anderen Städten verlangte deren Zensur Änderungen. Der Tell war
vielen zu revolutionär, so in Rom, London und Petersburg. Im 19.
Jahrhundert wurde die Oper regelmässig in französischer wie auch in
italienischer Sprache aufgeführt, aber selten in ihrer kompletten
Fassung. So
wurde Guillaume Tell nach gut 20 Jahren das Dessert
seines Oevres von insgesamt 39 Opern. Er verbrachte seine anschliessende
Lebenshälfte ebenso erfolgreich als «kulinarischer Inspirator».
Kompositionen aus dieser Periode bezeichnete er schalkhaft auch als «Péchés
de vieillesse». Sein erfülltes
Leben erlosch am 13. November 1868 in Paris. |
Concerto
di Belcanto
60 Jahre Repubblica Italiana
vom 3. September 2006 17.00h im Stadtcasino Basel