Ein Opernprojekt
als Film-Oper
Jörg Jenatsch
alias . .
Giorgio Genazio, Georgius Jenatius,
Jörg Jenaz, Giorgio Genaz, Geörg Genatz, Giorgio Jenatsch, Jörg Jenatz, Giorgio
Giannatio, Zoartz Jenatz, Zorzi Genatio, Giorgi Genatio, Giorgio Jenatio, Görg Jenatz . .
.
... wie er immer wieder seinen Namen abändert - das
zeugt von der internationalen Verflechtung des Veltlins und Graubündens während des
Dreissigjährigen Krieges.
Geboren 1596, Prädikant zu Scharans und Berbenno im Veltlin;
dort entging er 1620 sehr knapp dem "Veltlinermord". 1618 aktiv tätig im
Strafgericht zu Thusis und war beteiligt an der Ermordung des spanischen Parteigängers
Pompejus Planta. Hauptmann unter Ernst von Mansfeld in einem Kalvallerieregiment 1622,
Hauptmann und Oberst in venezianischen und französischen Diensten 1628. Im Winter 1629/30
wegen Insubordination und Spionageverdacht in Venedig gefangen, konvertiert 1635 zum
katholischen Glauben, führte sein Volk zur Freiheit und zum Frieden, und wurde am 24.
Januar 1639 in Chur ermordet. 1959 enthob man seine Gebeine in der Kathedrale Chur aus dem
Grab, sie wurden untersucht und am 4. August 1961 am gleichen Orte wieder beigesetzt.
Aus "Jörg Jenatsch, sein Leben und seine Zeit" von Alexander Pfister:
"... in Bünden herrschte damals eine starke politische Erregung. Frankreich und
Venedig einerseits, der Kaiser und Spanien anderseits hatten die Kampfstimmung dauernd
unterhalten und gesteigert. Alle vier Staaten hatten ihre grosse Aufmerksamkeit auf die
Grafschaft Bormio, auf das Veltlin und die Grafschaft Cläven gerichtet, und jede dieser
Mächte suchte sich durch dieses "festländische Gibraltar", die Strassen für
den Handelsverkehr oder für eigene Truppen im Kriege offen zu halten und sie dem Gegner
zu sperren. Die Drei Bünde aber wollten sich die Herrschaft über diese Gebiete und über
die Wege selbst wahren. So entstand der lange Streit der Bündner mit den Mächten."
Georgius Jenatz, Paris, 19. April 1628
"Es schlummert der Dank von einst, den rasch vergessen die Menschen."
Ein Zeitgenosse, Professor Irminger, widmet seinem Schüler Genazio anlässlich
einer Disputation 1614 die schmeichelhaften Worte:
"... Defendere promptum est Jenatio Verum, quond summa cacumina rerum
Scandit..."
(Leicht ist für Jenatsch, die Wahrheit zu verteidigen, weil er zu den höchsten Höhen
emporsteigt.)
Peter Dürrenmatt schreibt in seiner "Schweizer Geschichte":
"... Auf der Synode von Bergün trat zum erstenmal ein Mann in Erscheinung, der zum
personifizierten Begriff der Bündner Wirren werden sollte: der reformierte Prädikant
Georg Jenatsch. Jenatsch ist eine Gestalt, die vollkommen aus dem Rahmen dessen
herausfällt, was die schweizerische Politik an ungewöhnlichen Persönlichkeiten
hervorgebracht hat.
Er ist in unserer Geschichte einmalig, dabei aber doch für die Geschichte seiner Zeit
durchaus typisch. Nie vor und nach ihm ist in der Politik der Eidgenossenschaft eine
ähnliche, von Leidenschaften zerwühlte und dabei wiederum zu kältester Berechnung
befähigte Gestalt aufgetreten...
... Während der Fastnachtszeit des Jahres 1639, als sich Jenatsch in Chur aufhielt und im
geselligen Kreis mit Freunden zechte, wurde er von Maskierten überfallen und ermordet, in
einer Szene, die einer italienischen Oper würdig gewesen wäre...
Kaspar Jörger, Davos 1985
Gieri Genatsch é en mes egls lincarnaziun da la libertad; da la voluntad illimitada
da liberar sia patria dal giuv darmadas estras. Questa passiun ha chatschà el a
duvrar tuts meds - lubis e na lubis - per defender sia patria charezzada, ses cher
Grischun."
Anton Herbert Honegger, Davos 1985
Die "Bündner Wirren", das "Vietnam Europas"; Graubünden, ein
Spielball der Grossmächte: Urquell für unendlich viel dramatischen Stoff.
Das Projekt
Giorgio Genazio
Oper in 4 Akten nach C.F. Meyer
Libretto Anton Herbert Honegger
Italienische Übersetzung des Librettos Massimo Lardi.
Personen:
Giorgio Genazio, Prädikant und Staatsmann in Graubünden, (Bariton)
Heinrich Waser, ein Zürcher Ratsherr, (Tenor)
Heinrich von Rohan, französischer Feldherr, (Bass)
Herzogin, seine Frau, (Mezzosopran)
Lukrezia Planta, Tochter eines politischen Gegenspielers von Genazio,
(Sopran)
Rudolf, ihr Onke, (Tenor)
Lukas, ihr Diener, (Bass)
Perpetua, eine Klosterfrau, (Alt)
Pankrazi, ein Pater, (Bass)
Fausch, ein Wirt, (Bariton)
Fortunat von Sprecher, ein Bündner Ritter, (Bariton)
Johann Bawier, Bürgermeister von Chur, (Tenor)
Robustelli, Neffe Plantas (Bariton)
Bürger und Edelleute, alte Weiber, Krüppel, Gesellen und Maskierte
ferner Lukrezia als 16jährige
Pompejus Planta, ihr Vater
Lucia, die Frau von Genazio
Pagen
Ort: Veltlin, Graubünden und Venedig um 1635
Giorgio Genazio
Der Inhalt als Geschichte
1. Akt, 1.Bild
Ein Orchestervorspiel eröffnet die rein szenische Handlung auf
dem Julierpass. Waser befindet sich auf einer Wanderung über die Passhöhe. Er macht
einen Halt, um die herrliche Bergwelt auf einen grossen Bogen Papier zu skizzieren. In der
Mitte der sich dehnenden Passhöhe stehen links und rechts vom Saumpfand zwei abgebrochene
Säulen, welche an die römische Präsenz vor über 1000 Jahren erinnern. Hoch oben an
einem grasbewachsenen Hang erhebt sich ein Bergamaskerhirt vom Mittagsschlaf und entfernt
sich. Waser ist so in seine Arbeit vertieft, dass er das Herannahen von Planta mit seiner
16jährigen Tochter erst im letzten Moment bemerkt. Die beiden Herren kennen sich und
Planta reicht Waser einen Becher. Dieser legt seine Skizze auf eine der beiden Säulen und
entfernt sich mit Planta langsam auf dem Saumweg, während Lukrezia zurückbleibt. Sie
betrachtet lange die Skizze, nimmt das Blatt, kritzelt rasch etwas darauf und legt es
wieder auf die Säule zurück. Während sich die beiden Herren verabschieden, winkt Planta
seiner Tochter und entfernt sich mit ihr langsam.
Waser schaut den beiden nach, geht zu den Säulen zurück, nimmt
die Skizze hoch und sein Blick konzentriert sich auf die mit Kindeshand hingeschriebenen
Buchstaben.
Stille - Waser liest laut: "GIORGIO, GUARDATI".
Mit dem Schlussakkord entfernt sich Waser.
1. Akt, 2.Bild
Der Innenraum der Kirche von Berbenno. Es ist ein längs
getrenntes Kirchenschiff. Die provisorische und optisch gut sichtbare Trennung zur
Benutzung von beiden Konfessionen zeigt links den kahlen, von Heiligtümern gereinigten
protestantischen Teil: Ein nüchterner Taufstein, eine kahle Kanzel. Ein Bretterverschlag
mit einer kleinen Türe trennt den weiten Chor, den sich die Katholiken als Kapelle
eingerichtet haben. Rechts der Hauptaltar, dessen heiliger Schmuck und silbernes Kruzifix
gerade noch schwach vom fahlen Licht des Bogenfensters erleuchtet werden. Vor dem Altar
drängt sich Kopf an Kopf die kniende, murmelnde Menge: Weiber, Krüppel und Alte. Längs
der Seitenwand schieben sich dürftige Männergestalten vorwärts. Auf dem Hochaltar zwei
schwach leuchtende Kerzen.
Die Menge glaubt an die Erscheinung Ruscas, eines Erzpriesters,
der in Thusis die Folter des Strafgerichtes nicht überstand. Die alten Frauen glauben den
Erzpriester vor sich zu haben. Vom protestantischen Teil her nähern sich Genazio und
Waser. Genazio erklärt Waser, dass er Rusca nicht umbringen wollte. Er wollte ihn retten,
konnte gar nicht ahnen, dass dieser die ersten Foltergrade nicht überlebt. Man wollte die
Katholiken im Veltlin einschüchtern, nun sei halt einer gestorben, immerhin besser als
dass ein ganzes Volk verderbe, er mache jetzt diesem Zauber ein Ende.
Genazio schlägt die Tür zum Chor auf und brüllt: "Was
ist das für ein unchristlicher Zauber!" In einer zündenden Rede beschwört er die
Menge, sich nicht von Spanien und Österreich bestechen zu lassen. Die katholischen
Mächte würden zu einem Vernichtungskrieg gegen den deutschen Protestantismus rüsten, er
werde verhindern, dass die Spanier von ihrem Mailand aus über die Bündner und Veltliner
Wege dieses Ziel erreichen.
Die Menge ist aufgebracht, die Veltliner bilden einen Ring:
Genazio wird angegriffen und macht sich mit einem gewaltigen Ruck frei, packt den
nächsten seiner Angreifer und schleudert ihn rücklings gegen den Hochaltar. Ein
durchdringendes Wehgeheul mischt sich in das Geklirr der zerbrochenen Reliquien, die Menge
ist verwirrt und diesen Moment nützt Genazio, seinen Freund mit sich ziehend, zur Flucht.
Wütend zerstreut sich das Volk, zurück bleibt Robustelli mit
seinen Gesellen. Die Gruppe verschwört sich, jetzt einen Aufstand anzuzetteln. Robustelli
hat den Auftrag von Planta, Genazio aus dem Weg zu räumen.
Zwischenspiel
1. Akt, 3.Bild
In der Pfarrstube. Waser erklärt Genazio die Ziele der
französischen Politik. Diese hätte die deutschen Protestanten gegen Kaiser und Reich zu
schützen, den Reformierten im eigenen Land dagegen den Lebensnerv durchzuschneiden. Nur
durch die Wiederherstellung der staatlichen Einheit würde man Kraft zum Vorstossen nach
aussen gewinnen. Die französischen Protestanten müssten unterliegen, damit den deutschen
die diplomatische und militärische Hilfe Frankreichs gesichert bleibe. Herzog Rohan weile
im Auftrag Richelieus in Venedig, ihm bleibe das traurige Verhängnis, trotz der Grösse
seiner Stellung und seines Charakters, seine Kraft in unheilbaren Konflikten aufzureiben.
Man sollte ihm die Anliegen der protestantischen Bündner unterbreiten, würde er Erfolg
haben, wäre den Bündnern geholfen und er könnte am französischen Hofe wieder Boden
gewinnen.
Genazio erzählt, dass er recht Seltsames geträumt habe. In
Chur hätte er sich mit einem ungarischen Astrologen eingelassen um zu sehen, was an der
Sache sei. Erst als er ihm den Dolch auf die Brust setzte, hätte ihm dieser sein
Schicksal gedeutet: Den Herzog von Rohan! Waser ermuntert Genazio, doch in Venedig
vorzusprechen.
In diesem Augenblick erscheint Pater Pankrazi. Das Volk sei
aufgeregt, die einen lägen in den Kirchen auf den Knien, während die anderen ihre
Gewehre laden und ihre Messer wetzten. Es geschähe nichts Gutes im Veltlin, und Pankrazi
rät Genazio, sich nicht mehr in Morbegno zu zeigen und nach Chiavenna zu flüchten, die
Katholiken hier seien zu aufgebracht und man plane seine Ermordung. Genazio beschwichtigt
Pankrazi, er werde auch die Veltliner lehren zu gehorchen, zudem könne er auch nicht
einfach sein Weib im Stich lassen, er fürchte nichts und niemanden.
Lucia, die Frau von Genazio, giesst den herumsitzenden Männern
Wein in ihre Becher nach. Vor ihrem Mann bückt sie sich, um etwas aufzuheben, und just in
dem Moment, wo sie sich erhebt, fällt ein Schuss, und klirrend geht die Fensterscheibe in
Brüche, welche in der Linie Genazio-Lucia liegt. Ohne Zweifel, dieser Schuss galt
Genazio! Lucia lässt den Weinkrug fallen und sinkt langsam in Genazios Arme. Die Männer
springen allesamt auf. Schaudernd sieht Waser auf Lucia und Genazio, der das sterbende
Haupt auf seinen Knien hält und laut weint. Pankrazi und Waser eilen hinaus, den Mörder
zu fassen.
Genazio, ergriffen vom Tod seiner geliebten Lucia, begreift,
dass sie ihm das Leben gerettet hat. Er sieht darin die Bestätigung seiner Aufgabe.
Sachte legt er den Körper Lucias auf den Boden, steht langsam auf, sein Gesichtsausdruck
verhärtet sich. Er ahnt, dass hinter der Hetzerei der Katholiken, hinter diesem Anschlag
ein Mann steht: Pompejus Planta. Ihm schwört er Rache. Waser und Pankrazi stürmen herein
und berichten, dass sie den Mörder gestellt und gerichtet haben. In Genazio wechselt die
Stimmung, wie einer Erleuchtung folgend, reisst er sich den Pfarrock vom Leib: Das Schwert
des Geistes habe ausgedient, jetzt werde mit Eisen und Blei gesprochen.
2. Akt, 1.Bild
Ein Prachtsaal in Venedig. Ein reich vergoldeter, länglicher
Saal mit einer Reihe von fünf Fensterbogen zur Kanalseite. Herzog Rohan kehrt der
Fensterwand den Rücken zu und sitzt, in einem Buche lesend, vor dem hohen, mit
verschlungenen Figuren und Fruchtschnüren aus Marmor überladenen Kamin, in welchem ein
Feuer brennt. Ein Page tritt in den Saal, im Begriff, Genazio dem Herzog anzumelden. In
diesem Augenblick schliesst Rohan sein Buch, erhebt sich und legt es auf den Kaminsims,
ohne den eintretenden Pagen zu bemerken. Genazio hält den Pagen zurück, als sich von der
gegenüberliegenden Seite die Flügeltüre öffnet und er flüstert, den Pagen hinter die
Draperie ziehend: "Halt - ich komme ungelegen".
Die beiden bleiben in diesem Versteck stehen und können die
Szene beobachten. Durch die Flügeltür kommt die Herzogin und berichtet Heinrich von
Rohan von der tapferen Bündnerin, welche um seine Hilfe und um seinen Schutz nachsuche.
Lukrezias Vater sei von seinen politischen Gegenspielern in seinem Hause auf Rietberg
grausam ermordet worden, und Lukrezia sei nun schutzlos und geächtet dem Elend und der
Bosheit dieser gottlosen Aufständischen preisgegeben. Ihr Herz sei rein, im Kloster sei
sie aufgewachsen, er möge sie anhören und ihr helfen, ihren Weg zurück zur Heimat zu
sichern, "ihr Unglück erfüllt meine ganze Seele".
Des Herzogs Gedanken kreisen um sein geliebtes Graubünden, er
kennt die Sorgen und Nöte dieses Volkes. Von Richelieu wurde ihm das Kommando der
französischen Truppen in Graubünden übertragen, und sogar Bündnertruppen selbst
stellten sich freiwillig unter seine Führung.
Selbstverständlich wolle er dem Mädchen helfen, man möge sie
hereinführen. Genazio sagt zu sich "Lukrezia?" und ist erstaunt, sie hier bei
Rohan vorzufinden. Er bleibt weiter verborgen. Während sich die Herzogin schluchzend in
einen Lehnstuhl fallen lässt, winkt der Herzog einem Pagen, der darauf Lukrezia
hereinführt. Eine junge, hübsche Bündnerin macht nun vor dem Herzog einen kaum
sichtbaren Kniefall, während Rohan seine Blicke auf die vor ihm Stehende richtet, als
suche er in ihren warmen, dunklen Augen Ihr Anliegen zu lesen.
Lukrezia stellt sich als Tochter von Pompejus Planta vor. Ihr
Vater hätte sie, das Böse ahnend, als 17jährige zu den Klosterfrauen nach Monza
gegeben, und dort hätte sie dann auch von seiner Ermordung zu Hause erfahren. Die
Nachricht hätte ihr Leben zerstört und seither sei sie völlig verwaist. Sie hätte
nicht in die Heimat zurückkehren können und vermöge es ohne seine Hilfe auch nicht tun.
Zu Hause schlage sich in Kriegen und lebe in schwerer innerer Zwietracht. Das Blut ihres
Vaters schreie gegen den Himmel. Sie sei wie ein vom Stamme gerissener Zweig, der auf
einem Fluss treibend nicht eher Wurzeln schlagen könne, als bis er den Boden der Heimat
erreiche und getränkt werde mit dem Blut gerechter Rache. Lukrezia verlangt einen
Freibrief nach Graubünden. Sie sei der spanischen Partei in Gedanken und Taten völlig
fremd geblieben, sie fürchte sich nicht, das Recht ihres Vaters zu suchen und das Erbe
zurückzufordern.
Der Herzog hat der schönen Lukretia mit Aufmerksamkeit
zugehört, ergreift väterlich ihre Hand und sagt in überlegener Milde, dass er den einen
Teil von ihrer Forderung, den Freibrief, gerne für sie erfülle, jedoch sei er mit dem,
was sie Rache nenne, nicht einverstanden. Das ganze Leben der Menschheit sei eine
Verkettung von Schuld und Sühne, besonders die unsichere Frauenhand sollte niemals in den
Leidenschaften eines Bürgerkrieges die zweischneidige Waffe der persönlichen Rache
berühren. Die Herzogin stimmt mit ihrem Manne überein und Lukrezias Gedanken lassen sich
von den beiden lenken.
Die drei werden vom plötzlich hereintretenden Ganazio
unterbrochen. "Dein Recht soll dir gehören, Lukrezia. Der Mann, der deinen Vater
erschlug, stellt sich dir. Nimm sein Leben. Es ist dein." Genazio gesteht ihr, dass
ihm seit dieser Tat sein Leben verhasst sei, wo er es nicht für das von Tausenden seines
Volkes habe einsetzen können. Doch dazu böte vielleicht der Herzog schon bald eine
Gelegenheit. Das solle sie bedenken, bei ihr stünde die Entscheidung, wer das grössere
Recht auf sein Leben habe, Bünden oder sie.
Lukrezia ist verwirrt, von tiefstem Schmerz erschüttert lässt
sie ihren Tränen freien Lauf. Nie hätte sie ihn hinter dieser Tat vermutet; er, der
Gespiele ihrer Kindheit, der Schutz ihrer Jugend. Wie oft hätte sie ihn im Halbtraum
angerufen und ihn mit ausgestreckten Armen angefleht, ihren Vater zu rächen. Nun seien es
seine Arme, die sich mit dem Blut dieser Tat besudelten. Nie könne sie ihm verzeihen.
Lukrezia wirft sich weinend in die Arme der Herzogin und lässt sich von ihr willig ins
Nebengemach führen.
"Ihr tragt ein schweres Schicksal, Genazio", bemerkte
der Herzog zu dem Hauptmann, dessen Blässe ihm auffiel. Auf seinem Antlitz widerspiegelt
sich ein innerer Kampf, hervorgerufen durch den stechenden Schmerz einer alten Wunde.
"Was Ihr in wildem Jungendfeuer angerichtet, sollt Ihr mit Eurem Truppeneinsatz
abverdienen" meint Rohan und verspricht damit Genazio, ihn in seine Dienste
aufzunehmen.
3. Akt, 1.Bild
Vier Jahre später auf der Burg Rietberg in Graubünden. Ein
bescheidener, nüchterner Saal, an jeder Wand ein kleines Fenster. In der Raummitte ein
grosser Esstisch mit sechs Stühlen, alles sehr karg und sachlich eingerichtet. In einer
Ecke eine grosse Truhe mit riesigen, eisernen Beschlägen.
Der alte Diener Lukas kommt von rechts durch die Zimmertüre,
unverständliche Laute in seinen Bart murmelnd, mit einem brennenden Kerzenleuchter und
stellt ihn auf den Tisch. Er schielt in die Ecke zur Truhe, schleicht sich förmlich
dahin, öffnet umständlich das grosse Schloss und hebt vorsichtig den Deckel. Er zieht
eine Axt heraus, lässt sie aber rasch wieder verschwinden, als er Lukrezia und Schwester
Perpatua eintreten sieht. Rasch schliesst er die Truhe und entschwindet an den beiden
Frauen vorbei zum Zimmer hinaus.
Die Klosterfrau schaut ihm nach, "dieser alte Graubart lebt
nur von Rache. Auch Du, Lukrezia, bleib nicht kalt vor der Hoffnung auf eine mögliche
Bekehrung dieses Menschens", bemerkt sie und dringt in Lukrezia ein, in ihren Gebeten
doch die Hilfe aller Heiligen zu erflehen. Sie wünscht weiter, Lukrezia möge doch
endlich wieder den Weg zurück ins Kloster finden und dort ihr Gelübde ablegen. Der Druck
der französischen Präsenz nähre den Boden für weitere Konflikte.
Nun offenbart ihr Lukrezia ihre Gedanken um Genazio - dieser
Freund von jedermann sei nicht mehr der Giorgio, den sie einst liebte, - nicht mehr der
scheu verwegene Knabe mit den dunklen verschwiegenen Augen, der eistmals ihr Beschützer
war, - nicht mehr der zornig Dahinbrausende, der ihr Glück wie ein die Ufer zerreissender
Wildbach in Trümmer warf, - nicht mehr der Mann, gegen welchen sie in Racheträumen ihre
Hand erhob. Nein, Genazio sei ein weltgewandter Mensch, ein kluger Staatsmann geworden.
Allerdings scheue er sie wie einen Vorwurf, meide ihr Antlitz wie das einer Toten.
Aus dem Hof dringt rasendes Gebell der Hunde, dazwischen Rufe
der sie beschwichtigenden Knechte. Lukrezia öffnet das eine Fenster, und nun hört man
auch die gebieterische Stimme Genazios der um Einlass ersucht. Lukas erscheint mit der
grimmigsten Miene, derer seine felsenharten Züge noch fähig waren. "Es verlangt
einer mit Euch zu reden, Fräulein, Oberst Genazio - der verfluchte Hund" fügt er
bei. "Lasst ihn nicht warten! Führt ihn herein!" befiehlt sie dem Alten, der
sie fragend ansieht und nur zögernd gehorcht. Perpetua hat den Platz in einer
Fensternische eingenommen. Man hört rasche, bestimmte Schritte, und Genatio steht vor
Lukretia mit entschlossenem, freudigem Antlitz und grüsst sie wie eine Bekannte, doch mit
grosser Ehrerbietung. Umsonst versucht Perpetua, das Zeichen Kains auf der hohen, offenen
Stirn des Obersts zu entdecken, und - merkwürdig, die Planta steht neben ihm mit
strahlenden Augen, kühn und trotzig wie einst ihr Vater und scheint zur Höhe ihres
gewaltigen Feindes emporzuwachsen. "Die fromme Schwester will sicher nach Hause, die
Nacht ist dunkel und der Weg weit. Bitte Lukas, begleite du Perpetua bis zur
Rheinbrücke", verlangt Lukrezia von ihrem Diener. Mit zornigem, unverständlichem
Gemurmel entfernt sich Lukas mit der Klosterfrau.
Genazio, jetzt allein mit Lukrezia, entschuldigt sich dafür,
dass er das Haus ihres Vaters betritt. Er möchte sie nicht mit Wünschen verwirren, die
er in seinem innersten Herzenswinkel gefangen halte. Er komme, um von ihr einen grossen
Dienst zu erbitten, nicht für sich, für das Land, welches sie gemeinsam lieben. Er
unterrichtet Lukrezia von seinem Plan, mit Spanien ein Bündnis zu schliessen, dies als
einzige Rettung für Graubünden. Die Franzosen würden die Bündner verraten, und dazu
benütze Richelieu den gutgläubigen Herzog wie ein Spielzeug. Dieser hätte noch immer
nicht begriffen, dass der Kardinal die Protestanten gegen seine eigenen Katholiken
aufhetzt, um sie in seine Abhängigkeit zu bringen. Er trenne sich von Rohan, werde aber
nie offen gegen ihn kämpfen, zu sehr würde er ihn schätzten. Sie möge für ihn nach
Mailand fahren und mit Serbelloni unterhandeln, ihr alleine vertraue er diesen
Gesinnungswandel an.
Lukrezia erinnert Genazio an die grosse Blutschuld von Spanien
an Rohan, dem er Ruhm und Leben verdanke. Wie kann er nun plötzlich sein Urwesen wie
einer Schlangenhaut abstreifen. Genazio erklärt sich: "Und die Trümmer und
Brandstätten in unseren Tälern? Soll hier nie Friede werden?" Er stünde am Steuer
und lenke Bündens Schifflein mit längst schon blutbefleckten Händen durch die Klippen.
"Nimm ein Ruder und hilf mir" dringt er in Lukrezia. Mit ihrer Frage, was sie
denn dazu beitragen könne, beginnen ihre Augen unternehmend zu leuchten. Er würde ihr
die Bedingungen niederschreiben, die sie mit Serbelloni auszuhandeln habe, und
entschlossen setzt er sich an den grossen Tisch und beginnt zu schreiben: - ..."der
Gubernatore stelle bei Fuentas 10 000 Mann an den Eingang des Veltlins und eine gleiche
Stärke bei der Nordgrenze Bündens bei Finstermünz. Die Führer beider Heere haben mir,
Genazio, zu gehorchen. Ich verpflichte mich dafür, dass innert Jahresfrist alle
französischen Truppen abgezogen sind. Von Spanien gelte die Zusage, die völlige
Unabhängigkeit der Drei Bünde in ihren alten Grenzen anzuerkennen und zu gewährleisten.
Kaum hatte er das Blatt gefaltet, kehrt der alte Lukas zurück.
Lukrezia schickt ihn noch einmal weg, das Pferd des Obersten bereitzumachen. Genazio
nützt die Gelegenheit des Abschieds für eine feurige Liebeserklärung "Ich schwöre
es, Lukrezia, wenn uns das gelingt, soll fortan nichts unmöglich sein .. müsst ich durch
das Blut deines Vaters schreiten, müsst ich der Rache das Schwert aus den Händen
reissen, - ich werde alles tun, um dich zu besitzen!" Gemeinsam verlassen sie das
Zimmer, als Rudolf mit Lukas hereinkommt.
Rudolf dreht sich nach Genazio um und sagt zu Lukas: "Der
Mörder des Pompejus Planta soll seine Tochter nicht bekommen." Beide sind fest
entschlossen, Genazio bei einer passenden Gelegenheit zu ermorden.
Als Lukrezia wieder zurückkommt, entfernt sich Lukas, und der
Vetter beschwört Lukrezia eindringlich, von Genazio Abstand zunehmen, sie dürfe die
heilige Pflicht der Rache nicht vergessen, Genazio müsse verschwinden, besser heute als
morgen. Ihm, Rudolf, falle es zu, die Ehre des Hauses wieder herzustellen, er werde alles
machen, bis der Verräter auf dem Rücken liege. Die Güter der Plantas lasse er sich
nicht durch Unberechtigte verzetteln. Rudolf verlässt verbittert das Zimmer, Lukrezia
bleibt mit ihrem Zwiespalt allein zurück.
3. Akt, 2.Bild
Vor dem Churer Stadttor. Emsiges Treiben der aufbrechenden
Franzosen. Die französischen Soldaten sind in Aufbruchstimmung, die Lagerzelte werden
abgebrochen. Viel Volk schaut zu, Kinder tanzen, Offiziere erteilen Befehle. Ein
wolkenloser Morgen eines herrlichen Maitages.
Die Menge verabschiedet sich von Herzog Rohan und Bürgermeister
Bawier dankt ihm mit viel Lob für die bis hier gewährte Hilfe. Genazio kommt hinzu und
im Gespräch mit Rohan erfährt man von Rohans unfreiwilligem Rückzug. Er gibt Genazio zu
verstehen, dass er den von ihm eingefädelten Deal mit den Spaniern mit dem Herzen
versteht, doch als Franzose sei er schwer gekränkt.
Ein Attentat auf Genazio schlägt fehl und Ganazio meint sicher:
"So schnell stirbt ein Bündner nicht!"
4. Akt, 1.Bild
Im Rathaus in Chur, am 24. Januar 1639, grosser Festsaal. Es ist
Fastnachtszeit. An der Decke hängt an drei Ketten befestigt eine grosse, aus Holz
geschnitzte und buntbemalte Justizia, von kräftigen Hirschgeweihen eingefasst. Der grosse
Raum ist vereinzelt mit zum Teil maskierten Leuten besetzt. Man trifft Vorbereitungen für
ein glänzendes Fest. Der grosse Haupteingang mit seinen schweren Türflügeln ist
geöffnet, links und rechts davon in tiefen Nischen je ein Fenster mit bunten Scheiben.
Durch die geöffnete Tür wird die Sicht in die Treppenhalle frei. An den Seitenwänden je
ein dürftig besetzter Tisch mit grossen, schweren Kerzenleuchtern, in der freien Fläche
ein paar Maskierte. In den Fensternischen proben ein paar junge Menschen einen Tanz.
Fausch, der Festwirt, besteckt die mächtigen Geweihe an den Seitenwänden mit
Wachskerzen.
Die Gesellen an den Tischen ziehen den Festwirt auf: "Also,
Vater Fausch, Ihr seid es, der das Genie des Obersten aus den Windeln gewickelt
hat?"..."So seid Ihr die verborgene Ursache von Genazios grossen Taten!" -
"Sicher habt Ihr ihm eure Ideen eingehaucht." - "Vater Faust in
Macciavellis Schuhen." - "Weshalb habt Ihr nicht selbst die Hauptrolle
übernommen?" .. wird er gehänselt. Es sei erprobt, Frankreich gegen Spanien und
Spanien gegen Frankreich zu hetzen, meint Fausch, das hätte er sicher auch dem Giorgio
damals in Venedig angedeutet. Es liege nicht in seinem Wesen, sich hier in der Geschichte
ein Denkmal zu setzen. Seine grösste Stunde sei der Tag gewesen, wo er die französische
Ambassade über die Grenze gewiesen hätte. Fausch weiss seine Worte mit Gesten zu
verstärken.
Da tritt ein junges Ratsmitglied ein und hinter ihm eine frohe,
maskierte Gruppe. Der Oberst habe eben dem Bürgermeister die Urkunde überreicht, und der
Vertreter von Zürich habe die Glückwünsche zur wunderbaren Wiederherstellung des
Friedens in Bünden vorgebracht. Mit einem Hoch auf Genazio stimulieren die jetzt sich
erhebenden Gesellen die Maskierten zu einem freudigen Tanz. Durch die Haupttüre kommen
immer mehr Gäste, der Saal beginnt sich zu füllen, alle Lichter sind entzündet. Die
Menge freut sich über den Erfolg von Genazio, während die vielen Maskierten ausgelassen
weitertanzen.
Mitten im Höhepunkt erscheint im Eingang Fortunat von Sprecher.
Mit erhobener rechter Hand geht er in die Raummitte und verlangt Aufmerksamkeit. Seine
Totengräbermiene bewirkt den Unterbruch im Fest und er beginnnt: "Ich kann die
Trauer meines Angesichts nicht unter der Maske der Heiterkeit verbergen. Verzeiht, wenn
ich die Freude hier in Trauer verwandeln muss. Herzog von Rohan ist nicht mehr!" Die
Menge ist verwirrt. "Tot?" Von Sprecher bestätigt und erzählt, dass Rohan in
einer siegreichen Schlacht bei Rheinfelden gefallen sei.
Die Churer liebten und schätzten ihren Herzog, sie sind
betroffen, es bilden sich leise flüsternde Gruppen. Bürgermeister Bawier tritt vor die
Menge: "Ihr habt das wohlgewogene Gemüt des guten Herzogs noch in euren Sinnen, es
würd ein wahrlich trocken Fest mit Fackelschein und Reigentanz." Er erwirkt
Verständnis für den Abbruch der Feierlichkeiten. Rasch lichtet sich der Saal von den
bunten Gestalten, einzelne Lichter gehen aus.
Da erscheint, wie aus dem Erdboden heraus Genazio unter der
Tür, das trotzige Haupt zurückwerfend, bebt seine Stimme durch den Saal: "Ich will
mein Fest, Bürgermeister. Geht oder bleibt nach eurem Belieben!" Verwirrung erfüllt
die restlichen Gäste, unter dem Schutz der vorherrschenden Dämmerung verschwinden
weitere Gäste.
Durch den Eingang dringen aber bereits neue Gestalten, alle
maskiert, ein eigenartiger Reigen beginnt, während sich langsam wieder die Lichter
entzünden. Eine unheimliche, keine gemütliche Lustbarkeit entwickelt sich, angeführt
von einer kolossalen Bärin mit einem grossen Schild an ihrer Kette um den zottigen Hals,
darauf die drei Wappen Bündens. Lukrezia kommt mit Waser durch die Tür auf Genazio zu,
der sie freudig begrüsst. Er umfasst sie mit beiden Armen und drückt ihr Haupt, dem die
Maske entfällt an seine Brust. "Giorgio, guardati" flüstert sie, seiner
Umschlingung widerstrebend, und ihre Augen füllen sich mit unendlicher Angst und Liebe.
"Ich weiss", sagt er liebevoll, "auf Rietberg wird keine Hochzeit gefeiert.
Niemals mehr kehrst du dorthin zurück. Ich nehme dich mit nach Davos - noch heute - jetzt
aber möchte ich mit dir tanzen", und er löst seinen Degengurt, wirft die Waffe auf
einen Sitz und umfasst Lukrezia fester. Erstarrt blickt sie zur Tür, wo sie glaubte, die
Stimme ihres Onkels zu erkennen.
Neue Gestalten drängen sich herein. Genazio wird zu einem
Trinkspruch aufgefordert. "Selig lebt und freudig stirbt wen die Lieb umfangen!"
Lukrezia will ihn aus dem Saal fortziehen. Unmöglich durch den wild wirbelnden Haufen den
Weg hinaus zu finden.
Genazio ist in das Antlitz Lukrezias versunken, als die grosse
Bärin mit ihren Gesellen auf ihn zukommt: "Ich bin die Respublica der Drei Bünde
und begehre mit meinem Helden ein Tänzlein zu tun", brummt das Riesenviech.
"Das darf ich nicht ausschlagen, obgleich ich meine Dame ungern alleine lasse"
erwidert Genazio und reicht der Bärin, den Fuss wie zum Tanze hebend, die rechte Hand.
Diese aber schlägt die beiden Tatzen um die gebotene Hand und dreht sich mit
Mannesgewalt. Blitzschnell ist von Gesellen ein enger Kreis um Genazio gezogen und
überall blinken Waffen. Lukrezia drängt sich fest an seine linke Seite, als wollte sie
ihn decken. Wieder vernimmt sie die Stimme ihres Oheims: "Dies für die Ehre der
Plantas" ruft er und versucht mit seiner spanischen Klinge vorsichtig Genazio
zwischen die Schulterblätter zu treffen, um zustechen zu können. In diesem Moment
streckt sich Genazio, den ihn umschliessenden Kreis seiner Mörder mit sich ziehend, nach
dem Tisch aus und erreicht dort mit seiner freien Linken einen schweren Leuchter, dessen
Fuß er gegen seine Angreifer schwingt, um so die von vorn fallenden Hiebe zu parieren. Da
trifft ihn ein Axtschlag von der nun demaskierten Bärin. Es ist der alte Lukas. Genazio,
schon aus vielen Wunden blutend, schlägt seinen Leuchter blindlings auf das graue Haupt
und lautlos sinkt der alte Knecht in sich zusammen. Lukrezia neigt sich zu ihm nieder,
zitternd drückt er ihr die Axt in die Hände, sterbend röchelt er: "Damit wurde
Dein Vater erschlagen" und bleibt regungslos liegen.
In Verzweiflung richtet sie sich auf, sieht ihren geliebten
Giorgio vor sich, blutend, schwankend, von gedungenen Mördern umstellt, auf den Knien.
Sie hebt in traumhaftem Entschluss die Axt, Giorgio blickt die vor ihm Stehende voller
Liebe an, ihr Antlitz ist von mitfühlendem Schmerz verzerrt. Mit geschlossenen Augen und
mit ihrer ganzen Kraft lässt sie die Axt auf das geliebte Haupt fallen. Genazio empfängt
den Schlag wie einen Kuss, langsam sinkt sein Körper hinüber und gleitet zu Boden.
Lukrezias Händen entgleitet die Axt, die Mörder und die Menge ziehen sich rückwärts
schreitend zurück, zum Saal hinaus.
Während Lukrezia neben ihrem Geliebten Giorgio kniet und seinen
Kopf in ihren Schoss bettet, schliesst sich der Vorhang.
Anton Herbert Honegger
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Anton Herbert Honegger