Benno Schulthess Künstler
Aktuell:
Ausstellung in Zug
21. Oktober bis 30. November 1999
Galerie im Hof
Zeughausgasse 18
Tel und Fax ++41 41 710 5580
Nach vielen Jahren in Wirtschaft und Industrie, arbeitete
der 1938 geborene und im thurgauischen Nussbaumen aufgewachsene Künstler seit 1985 im
eigenen Atelier: Heute in Widen AG und Brissago TI. Zusammen mit seiner Frau Muggi und
seinen Söhnen Nico, Tim und Luk wohnt er nahe dem Gyrenweiher in Widen, mit Blick auf das
Reusstal und hinüber zum Lindenberg
Benno Schulthess ist als Autodidakt einen weiten Weg
gegangen. Beim Umsetzen seiner Visionen verwendet er Feder, Pinsel, Papiere, Stoffe und
ganz zufällig gefundene Gegenstände. Oder er arbeitet mit Bohrer, Schleifmaschine,
Stichsäge, Bunsenbrenner, Spachtel, Sand, Acryl, Holz, Stahl uund Eisen. Der angestrebten
Ausdruckskraft unterordnen sich Technik, Material, Format und Arbeitsweise.
Seine Farben erzählen von Himmel und Erde, Feuer und
Wasser. Sinnlichkeit dringt bis in die Oberfläche des Geschaffenen. Es entstehen
Zeichnungen, Gemälde, Originalgrafik, Plastiken und in sich geschlossene Gesamtkunstwerke
voll Licht, Energie, Spannung und Bewegung. Getrieben von einem geheimnisvollen Drang
arbeitet er im Spannungsfeld und Dialog zwischen Natur und Mensch, zwischen Schöpfung und
Wissenschaft, zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Intuition und Intellekt, zwischen
Überliefertem und Unentdecktem - den eigenen Weg suchend.
Ein Brunnenspiel schmückte den Aargauer-Pavillon der OLMA.
Das vom Künstler mit Text, Zeichnungen und Gemälden geschaffene Buch "Eine kleine
Liebeserklärung an Zürich" wurde vom Bundesamt für Kultur ausgezeichnet. Im Musée
de Payerne steht eine von ihm geschaffene Don-Quijote-Skulptur in Bronce. Bisheriger
Höhepunkt in seinen Arbeiten für öffentliche Aufträge ist für den Künstler ein
1955/96 entstandenes Gesamtkunstwerk - bestehend aus fünf zum Teil grossformatigen
Plastiken.
Zahlreiche Ausstellungen haben seine Werke einem grösseren
Kreis bekannt gemacht.
Im Spannungsfeld des Sinns
von Walo von Fellenberg
Jede Karriere erfordert von denjenigen viel, die sich zur
Spitze hinaufkämpfen. Doch gibt es immer wieder welche - allerdings wenige, die aus der
wirtschaftlichen Gruppe und der dazugehörenden Gesellschaft aussteigen, der sie während
Jahren ihre intellektuellen Fähigkeiten, ihre Intuition und ihr Talent zur Verfügung
gestellt haben. Aus Sonntagsmalern und Feierabendphilosophen werden dann Profimaler und
Autoren. Was sie jahrelang bewundert und verehrt haben, die Kunst und Philosophie, die
Sensibilität und ihren Ausdruck, müssen sie nun spät mit Lernen, Durchhalten und Geduld
erringen. Benno Schulthess ist einer von Ihnen. Er weiss, dass auch dem Begabtesten nichts
in den Schoss fällt.
Ohne Vater in ländlichen und bäurischen Verhältnissen
aufgewachsen, will er im Leben etwas werden, etwas zeigen udn vorweisen. Seine Karriere
verläuft steil und folgerichtig mit Studium, Sport und Eintritt in die Wirtschaft, wo er
seine Fähigkeiten, weltgewandt und einnehmend im Umgang bis zum Management glänzend
unter Beweis stellt. Mitte der achtziger Jahre dann erfolgt die Zäsur. Seither schafft er
sich eine neue Person und einen neuen Beruf. Er wird Künstler.
Die Zeit, die andere zum Keltern und zum Rückblick
verwenden, setzt er nun ein zum Bau seines mustergültigen Ateliers in Widen, am
Mutschellen, mit ungehinderter Sicht zum Westhorizont, zum Erlernen der Techniken, von der
Radierung bis zum Prägedruck, vom Umgang mit Pigmenten bis zur Assemblage, vom Bau von
Wasserspielen bis zur Organisation von Ausstellungen, vom Aufbau einer Sammlerschaft bis
hin zum Verkauf.
Als Künstler zu leben, zu denken und zu arbeiten geht
nicht ohne Funken und manchmal auch nicht ohne Kurzschlüsse vor sich, die unter dem
Sammelbegriff Spannungsfeld oder Spannung auftreten und sich in Bildtiteln wie
"Intellekt und Intuition" niederschlagen. Der geistige Rahmen reicht von der
Sinnsuche, wie sie in Hermann Hesses "Siddharta" (auch ein von ihm verwendeter
Bildtitel) zum Ausdruck kommt, bis hin zu Martin Heideggers "Menschliche Existens ist
Hingehaltensein ins Nichts".
Zum Lebenspuzzle aus sinnstiftenden Fragmenten tragen auch
ganz bestimmte Orte bei, Orte, an welchen sich Sinn verdichtend zu vergegenwärtigen
scheint, so z.B. Payerne, wo das Museum in blitzublanken neuen Räumen seine Bilder
ausgestellt hat. Er ist dorthin zurückgekehrt, als sich in der Ausstellung der textilen
Wandbilder von Le Corbusier in der romanischen Abbatiale zwei Zeiten und zwei Kulkturen
eine zeitlang durchdrangen. Die Tapisserien, gedacht für seine nach den Massen des
Mudulors und des Menschen gebauten Wohnungen, entfalten darin neue, ungeahnte Qualitäten.
Information:
Anton Herbert Honegger